Der dreijährige Hengst Loucas hat am Samstag auf der Galopprennbahn in München-Riem bewiesen, dass er zu den besten seines Jahrgangs zählt – wenn die Distanz stimmt. Der von Waldemar Hickst für das Gestüt Ittlingen trainierte Loucas ließ im Hauptrennen des Tages seinen schwachen Auftritt im Deutschen Derby vergessen. In Hamburg ging es über für Loucas zu weite 2.400m, über die 1.600m in der Großen Wettstar.de-Meile in Riem bewies er seine Klasse.
Das mit 30.000 Euro dotierte Listenrennen, das der Münchener Rennverein kurzfristig nach dem Ausfall des Renntags in Düsseldorf übernommen hatte, geriet zu einer turbulenten Angelegenheit. Zuerst musste der vor Ort von Michael Figge trainierte Snow Player wegen einer Verletzung kurz vor dem Start zurückgezogen werden.
Dann wurde kurz nach dem Start der Mitfavorit Montanus, wegen eines gerissenen Bügelriemens reiterlos. Das Pferd galoppierte ohne Sibylle Vogt munter vorne mit und störte Loucas mehrfach, der aber dennoch leicht mit 3,5 Längen vor Espero gewann. Waladares wurde weit zurück Dritter. „Loucas hat das Potential für ein Gruppe II-Rennen“, sagte Siegreiter Thore Hammer-Hansen mit Blick auf die möglicherweise nächste Aufgabe des Hengstes: Das Brunner Oettingen-Rennen in Baden-Baden.
Die gestürzte Schweizerin wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Ein ursprünglich befürchteter Bruch bestätigte sich glücklicherweise nicht. „Die Verletzung von Sibylle bedauern wir sehr. Wir hoffen, dass sie nächste Woche bei der Großen Woche in Baden-Baden wieder zum Einsatz kommt“, sagte der Geschäftsführer des Münchener Rennvereins, Sascha Multerer.
Drei Tagestreffer für Hickst
Das Team Hickst/ Hammer-Hansen gewann mit Astrofight noch den Preis der BBAG Jährlings-Auktion, eine Prüfung für bis dato sieglose dreijährige Pferde über 1.600m. Es war der dritte Tagestreffer für den in Köln tätigen Hickst, der sich zuerst mit dem von Leon Wolff gerittenen Satar eine weiteres Sieglosen-Rennen über 2.200m holte.
Über zwei Siege konnte sich Andreas Wöhler, der in der Nähe von Osnabrück trainiert, freuen. Mit Laveran gewann er für den Stall Mandarin zum Auftakt des Renntags das MIG Fonds-Rennen über 1.600m für Zweijährige. Der vom Gestüt Auenquelle gezüchtete Laveran vertritt den ersten Jahrgang des ehemaligen „Galopper des Jahres“ Torquartor Tasso. Im Sattel saß Edouardo Pedroza. Mit dem von David Liska gerittenen vierjährigen Mister Phoenix holte Wöhler zudem das wichtigste Handicap-Rennen des Tages, ein mit 13.000 Euro dotierter Ausgleich II über 2.200m.
Guter Besuch und starker Wettumsatz
Rund 4.500 Besucher verfolgten die zehn Rennen des Tages und halfen mit beim guten Wettumsatz, der den Rennvereins-Geschäftsführer sehr zufrieden machte: „Das war ein starkes Ergebnis für einen Samstag, die Umsätze in den durch die Jackpots lukrativen V7 und V4-Wetten war sehr gut.“
Zufrieden mit dem Renntag darf aber auch die Münchener Trainingszentrale sein, es gab vier Heimsiege: Zuerst durch Kaviar (Trainer Werner Glanz), dann durch Lulu Rangau (Sarah Steinberg), Cyanea (Jutta Mayer) und zum Schluss durch Djariya (John David Hillis). Die nächste Galoppveranstaltung in Riem ist der LOTTO Bayern Wiesn-Afterwork-Renntag am 14. September.




